Viele Plattformen schreiben „sicher" und „geprüft" in ihre Werbetexte. Wir zeigen stattdessen, was das konkret bedeutet: welches Gesetz greift, welcher Vertrag entsteht, welche Einwilligung welchen Datensatz erst möglich macht. Jeder Punkt auf dieser Seite lässt sich an einem realen Mechanismus in der Plattform festmachen, nicht nur an einem Satz in den AGB.
Anza Trade ist Arbeitsvermittlung im rechtlichen Sinn, keine Arbeitnehmerüberlassung (AÜG). Der Unterschied ist keine Formalität, er bestimmt, wer wem gegenüber Arbeitgeber ist.
Seit den Hartz-Reformen von 2002 braucht private Arbeitsvermittlung in Deutschland keine besondere Erlaubnis mehr. Eine Gewerbeanmeldung nach §14 GewO und die IHK-Mitgliedschaft genügen, geregelt in §§296-298 SGB III. Arbeitnehmerüberlassung dagegen braucht eine kostenpflichtige, jederzeit widerrufbare Verleiherlaubnis der Bundesagentur für Arbeit und ist zeitlich begrenzt: höchstens 18 zusammenhängende Monate, in Ausnahmefällen per Tarifvertrag auf 36 bis 48 Monate verlängerbar. Für eine zwei- bis dreijährige Ausbildung reicht das grundsätzlich nicht aus, AÜG ist für ein solches Verhältnis konzeptionell nicht gemacht.
Bei Anza Trade gehen Betrieb und Kandidat von Anfang an ein direktes, ungebrochenes Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis ein. Anza Trade ist zu keinem Zeitpunkt selbst Arbeitgeber und tritt nicht als Zwischenglied in die Beschäftigung ein.
Ein Punkt, den wir bewusst über das gesetzliche Minimum hinaus festgelegt haben: §296a SGB III verbietet es ohnehin, einer Person auf Ausbildungssuche eine Gebühr zu berechnen, nur der Betrieb darf zahlen. Für Beschäftigungsvermittlung würde §296 SGB III eine Gebühr von bis zu 2.000 Euro erlauben. Anza Trade verlangt sie trotzdem nicht, bei keiner der beiden Vermittlungsarten. Kandidatinnen und Kandidaten zahlen grundsätzlich nichts, das ist keine Marketingaussage, sondern eine feste interne Regel, die über das hinausgeht, was das Gesetz verlangen würde.
§16a AufenthG erlaubt es, einen Arbeits- oder Ausbildungsvertrag bereits vor der Einreise abzuschließen, für Menschen, die noch in der Ukraine oder in einem anderen EU-Land leben. Das ist der rechtliche Rahmen, der eine geordnete Anreise mit einem festen Arbeitsplatz statt eines offenen Visumverfahrens ins Blaue hinein ermöglicht.
Für die Kandidatinnen und Kandidaten, mit denen wir aktuell in Berlin und Brandenburg arbeiten, ist dieser Weg gar nicht nötig: Sie leben bereits mit vollem Arbeitsmarktzugang in Deutschland (§24 AufenthG) und können in der Regel innerhalb weniger Wochen anfangen. Genau deshalb liegt unser Fokus im ersten Jahr hier, es ist der schnellste, rechtlich einfachste Weg zu einem echten ersten Nachweis.
Die Datenstruktur der Plattform ist trotzdem von Anfang an so gebaut, dass ein §16a-taugliches Dokument aus denselben Datensätzen erzeugt werden kann, sobald wir den Kreis auf Kandidatinnen und Kandidaten in der Ukraine oder anderen EU-Ländern erweitern. Es muss dann nichts nachträglich umgebaut werden, das war von Beginn an mitgedacht. Wo die rechtliche Lage komplex oder unklar ist, generiert die Plattform grundsätzlich kein eigenes Dokument, sondern verweist an eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt für Migrationsrecht.
Video-Profile, Kompetenznachweise, persönliche Dokumente, das sind besonders schützenswerte Daten (Art. 9 DSGVO), und wir behandeln sie auch so.
Jeder einzelne Verarbeitungszweck bekommt seine eigene, separat protokollierte Einwilligung: Die Speicherung eines Videos ist ein anderer Zweck als die Sichtbarkeit eines Profils für Betriebe, und beide werden getrennt erfasst, mit Datum, mit der Version der jeweils geltenden Datenschutzerklärung und mit der Möglichkeit, jederzeit zu widerrufen. Das ist keine Beschreibung einer Absicht, sondern eine Regel auf Datenbankebene: Ein Video kann in der Struktur der Plattform technisch gar nicht gespeichert werden, ohne dass zuvor ein gültiger Einwilligungsdatensatz existiert. Diese Verknüpfung ist fest in der Datenstruktur verankert, nicht nur in einem Prozessdiagramm.
Aufbewahrungsfristen sind für jede Datenkategorie im Voraus festgelegt und werden automatisch durchgesetzt, durch einen nächtlichen Prozess, nicht durch eine Einzelfallentscheidung. Jede Person kann jederzeit Auskunft über die eigenen Daten oder deren Löschung verlangen (Art. 15 und 17 DSGVO), soweit dem keine gesetzliche Aufbewahrungspflicht entgegensteht. Mit jedem Dienstleister, der in unserem Auftrag Daten verarbeitet, besteht ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, das gilt unabhängig davon, wo dieser Dienstleister seinen Sitz hat.
Wenn ein früherer Arbeitgeber als Referenz kontaktiert wird, tut das die Kandidatin oder der Kandidat selbst, nicht die Plattform. Anza Trade stellt nur die technische Infrastruktur bereit: eine Vorlage, das Nachverfolgen der Antwort, Erinnerungen. Wir treten dabei nicht als Partei auf, die im eigenen Namen Auskünfte einholt.
Dieser Unterschied ist kein Detail. Er hält den gesamten Prozess außerhalb jeder Grauzone, die an eine Arbeitgeberfunktion oder an AÜG-ähnliche Konstruktionen erinnern könnte, und dasselbe Prinzip gilt auch für spätere Kontaktpunkte im Ablauf, etwa eine Rückmeldung nach den ersten Wochen im neuen Betrieb.
Empfehlungssysteme, die über die Eignung von Bewerberinnen und Bewerbern mitentscheiden, fallen unter den EU AI Act in die Hochrisiko-Kategorie nach Anhang III. Die genauen Pflichten dazu werden derzeit noch festgelegt, mit einem Geltungsbeginn, der je nach Verfahrensstand zwischen August 2026 und Dezember 2027 liegen könnte. So oder so liegt dieser Termin innerhalb des Zeitraums, in dem der Trust Score entwickelt wird.
Deshalb bauen wir menschliche Kontrolle, eine für Kandidatinnen und Kandidaten verständliche Transparenzmitteilung und eine diskriminierungsfreie Datengrundlage von Beginn an in das Design des Trust Score ein, nicht als Nachbesserung, sobald das Gesetz greift, sondern als Teil der ursprünglichen Architektur.
Nichts auf dieser Seite ist ein Versprechen für die Zukunft. Sie beschreibt, wie die Plattform heute strukturiert ist, welche Regeln als Datenbankbeschränkung existieren und nicht nur als Absichtserklärung, und wo wir bewusst über das gesetzlich Notwendige hinausgehen. Wer das im Detail prüfen möchte, sollte das tun, genau dafür ist diese Seite da.
Mehr zu unserem Ansatz →